Wenn sich Anforderungen schneller ändern als Ihr Projektplan, verlieren Sie als Projektleitende schnell Zeit, Orientierung und an Verlässlichkeit. Unsere Arbeitswelt wird komplexer und Entwicklungen lassen sich immer schwerer vorhersehen. Genau hier setzt agiles Projektmanagement an.
Für Ihre Projektarbeit zählen deshalb ein klarer Fokus auf den Geschäftswert, mehr Innovationskraft und kürzere belastbare Planungshorizonte. Agile Projektmanagement Zertifizierungen helfen Ihnen dabei, passende Qualifikationen einzuordnen und Ihre berufliche Entwicklung gezielt zu planen.
Lesen Sie in diesem Beitrag:
Legen wir los!
Wussten Sie, dass sich ‚Scrum Master‘ und auch ‚Product Owner‘ immer mehr zur eigenständigen Berufsbezeichnung mausern?
Vom Namen einer Rolle im Scrum-Team kommend, werden diese Begriffe immer häufiger in Stellenanzeigen explizit ausgeschrieben. Und Firmen nehmen diese Bezeichnungen in die Karrierepfade für die Mitarbeitenden auf.
Wie in jedem Bereich zählt hier die Erfahrung der Kandidatinnen und Kandidaten. Sie darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Scrum Master brauchen in ihrer hochgradig vermittelnden und unterstützenden Rolle neben genug Berufserfahrung zudem:
Rund um Scrum gibt es viele Missverständnisse. Die erfolgreiche Einführung der Methoden hängt auch stark vom Wissensschatz der Beteiligten ab.
Daher können Grundlagen für agile Projektmanagement Zertifizierungen wie etwa der „Professional Scrum Master I“ von Scrum.org oder der „Certified Scrum Master“ von der Scrum Alliance sehr hilfreich sein.
Diese beiden Zertifizierungen sind für Einsteigerinnen und Einsteiger in die agilen Methoden gedacht.
Zunächst signalisieren Sie als zertifizierte Person, dass Sie die Grundprinzipien des Scrum Framework verstanden und dies in einer Prüfung unter Beweis gestellt haben.
Außerdem zeigen Sie durch eine der oben genannten Zertifizierungen die Bereitschaft:
Der letzte Punkt ist besonders wichtig, wenn Sie selbst noch am Beginn einer Scrum-Karriere stehen.
Durch agile Zertifizierungen signalisieren Sie als angehender oder bereits aktiver Scrum Master, dass Sie die relevanten Inhalte des Scrum Guides und weitere Literatur gelernt und dieses Wissen in einer Prüfungssituation unter Beweis gestellt haben.
Ein hervorragender Scrum Master verengt den Blick nicht auf Scrum allein. Es gibt eine Vielzahl agiler Methoden und Ansätze. Sie können miteinander kombiniert werden und haben viele Aspekte gemeinsam. Beispielsweise basieren viele Methoden auf:
Außerdem gibt es Umfeld-Themen in Organisationen, denen agile Methoden oft weniger Beachtung schenken. Hier sind beispielsweise zu nennen:
All dies führt nun von der Produktentwicklung auf Einzelteamebene, für die Scrum primär entwickelt wurde, zurück zu Projektmanagement-Themen. Dies erfordert einen ganzheitlichen und eher übergeordneten Blick auf die Themen.
Hier kommt der PMI-ACP® („Project Management Institute Agile Certified Practitioner“) ins Spiel.
Das Zertifikat zum PMI Agile Certified Practitioner (PMI-ACP) richtet sich an Personen mit Erfahrung in agilen Arbeitsweisen. Sie ist nicht auf ein einzelnes Framework beschränkt, sondern umfasst verschiedene agile Ansätze und Methoden, darunter Scrum, Kanban, Lean und SAFe.
Im Mittelpunkt stehen agiles Mindset, Leadership, Produktentwicklung und Delivery. Es hat den Anspruch, die Ideen aller agilen Methoden zu sammeln und standardisiert zusammenzufassen.
Dies ist ein Ziel, mit dem es das Project Management Institute (PMI)® durchaus ernst meint: So wurde sein Standardleitfaden für die Projektmanagementbranche, der „Guide to the Project Management Body of Knowledge“ (PMBOK® Guide) in seiner 6. Ausgabe im September 2017 als Bundle zusammen mit dem Agile Practice Guide herausgebracht.
Mittlerweile gibt es den PMBOK® Guide in der 8. Ausgabe – der Agile Practice Guide gibt es seit Juli 2026 in der zweiten Auflage.
Der Agile Practice Guide enthält, neben Betrachtungen zu einzelnen agilen Methoden, auch Leitfäden und Hilfestellungen für situative Methodenauswahl sowie Brückenschläge zu klassischen Projektmanagement-Methoden.
Diese werden immer noch sehr dringend benötigt an all den Punkten, an denen agile Ansätze bei der Problemlösung nicht ausreichend dienen können.
Die Inhalte des Agile Practice Guide sind aus einer Zusammenarbeit des PMI mit der Agile Alliance (ein Zusammenschluss vieler Förderer der agilen Ideen und nicht zu verwechseln mit der Scrum Alliance) entstanden.
Dies signalisiert eine solide Expertenbasis für den neuen Agile Practice Guide.
Seit Ende März 2018 ist dieser Guide auch die offizielle Prüfungsreferenz für den PMI-ACP – aber nur als eine von vielen relevanten Quellen aus dem Katalog agiler Literatur.
Die Popularität des Agile Certified Practitioner Zertifikats steigt in letzter Zeit stark an. Folglich ist der Bedarf an qualitativ hochwertigem Material zur Prüfungsvorbereitung vorhanden.
Für die Prüfungsvorbereitung ist insbesondere die aktuelle PMI-ACP Examination Content Outline (ECO) maßgeblich. Sie beschreibt die Prüfungsdomains, Aufgabenbereiche sowie die für die Prüfung relevanten Kenntnisse, Werkzeuge und Techniken.
Der Agile Practice Guide - aktuell in seiner zweiten Auflage erhältlich - kann als ergänzende Literatur zur Einordnung agiler Ansätze dienen.
Der PMI-ACP eignet sich übrigens sehr gut als Kombi-Zertifikat zum klassischen PMP® (Project Management Professional) des PMI.
Eine aktive PMP-Zertifizierung erleichtert den Zugang zur PMI-ACP-Zertifizierung, da dank ihr die Anforderung an die berufliche agile Erfahrung erfüllt wird. Die erforderlichen 21 Stunden formaler Weiterbildung in agilen Praktiken, Frameworks und Methoden müssen jedoch immer nachgewiesen werden.
Die PMP-Prüfung seit Anfang 2021 zusätzlich Fragen zu drei Projektmanagement-Ansätzen:
Damit müssen auch PMP-Prüflinge einige agile Ideen und Methoden kennen, z.B. Backlog-Pflege, Schätzmethoden oder Retrospektiven.
Im Folgenden finden Sie die in diesem Artikel erwähnten agilen Zertifikate noch einmal gegenübergestellt. Zusätzlich werden die Zertifizierungen Certified Scrum Practitioner (CSP) für Fortgeschrittene und Scaled Agile Framework (SAFe) für die Skalierung agiler Methoden aufgegriffen.
Nun haben Sie die wichtigsten agilen Zertifizierungen kennengelernt. Doch woher wissen Sie, welche für Sie die richtige ist?
Zunächst empfehlen wir es als sinnvoll, bei den Grundlagen von Scrum zu beginnen. So schaffen Sie eine gute Basis für die Mehrzahl der oben genannten Zertifizierungen.
Anschließend haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen wie in folgender Grafik gezeigt weiter auszubauen:
In diesem Artikel haben Sie erfahren, was agile Methoden allgemein sind und wo ihre Anwendung vorteilhaft sein kann. Weiterhin wurde ein besonderer Fokus auf Scrum gelegt.
Sie haben folgende agile Zertifizierungen kennengelernt:
Damit können Sie nun besser einschätzen, welcher Weg für Sie persönlich oder für Ihre Mitarbeitenden am sinnvollsten ist.
Haben Sie noch Fragen zum Thema agile Zertifizierungen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme über das Kontaktformular oder auf anderem Wege. Wir antworten so schnell wie möglich – garantiert.
Unsere Tipps zum Schluss: Abonnieren Sie unseren Projektmanagement Newsletter mit mehr praxisstarken Artikeln, Webinaren, Podcasts, eBooks, Checklisten, Tools etc. für ein höheres Reifengrad-Level Ihres Projektmanagements!
Sie wollen das Gelernte vertiefen, weitere wichtige Tipps erfahren und Ihre Fragen stellen? Dann sind Sie genau richtig beim TPG Scrum Seminar.