Auf dieser Seite erfahren Sie drei Möglichkeiten für Confluence und Jira als PMO-Tool. Lernen Sie, wie Sie diese für eine bessere High-Level-Übersicht des Projektportfolios sowie für Ihre Fortschrittsmessung nutzen. Dieser Artikel ist Teil der Blog-Reihe „Jira für Rollen im Projektmanagement“.
Jira eignet sich hervorragend für agiles Projektmanagement mit Scrum und Kanban, stößt im Multiprojektmanagement jedoch schnell an funktionale Grenzen.
Für Portfolio-, Ressourcen- und Terminmanagement sowie eine unternehmensweite Projektsteuerung sind häufig zusätzliche Erweiterungen erforderlich.
Mit der Kombination aus Jira und Confluence schaffen Sie mehr Transparenz über Projekte, Projektportfolios und den Projektfortschritt.
PMO, Projektleitende und Führungskräfte benötigen eine High-Level-Sicht auf Projekte, um fundierte Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen zu können. Hier lernen Sie, wie das geht.
Mit den passenden Apps und Lösungen lässt sich Jira gezielt zu einer leistungsfähigen Plattform für professionelles Projektmanagement ausbauen.
Diese Kapitel warten auf Sie:
Legen wir los mit zwei kurzen Definitionen.
Atlassian Jira ist ein webbasiertes Tool für Aufgabenmanagement, Projektmanagement und Fehlerverwaltung. Es kommt hauptsächlich bei Teams in der Produkt- und Softwareentwicklung zum Einsatz. Agil arbeitende Teams werden unterstützt mittels verschiedener Projekt- und Boardtypen (z.B. Kanban, Scrum, Projektmanagement u.v.m.).
Atlassian Confluence ist eine webbasierte Wiki-Software, die die interne Zusammenarbeit in Projektteams und im Unternehmen unterstützt. Das Tool lässt sich hervorragend mit Jira integrieren und bietet in dieser Kombination beste Voraussetzungen für agil arbeitende Teams.
Jira ist vor allem für Aufgabenmanagement gedacht und bildet dabei die Realitäten verschiedener Teams durch diverse Projekt- und Boardtypen gut ab.
Es ist aber kein vollumfängliches Tool für Projektmanagement oder Portfoliomanagement wie Microsoft PPM. Dies gilt auch dann, wenn Sie Jira mit Confluence für die Dokumentation kombinieren. Außerdem bietet Jira ServiceDesk (eine weitere App aus der Atlassian Suite) mehr Funktionalitäten für Support-Teams.
Die Umfrage von TPG The Project Group zu PMO-Tools zeigte als Ergebnis: Die meisten Antwortenden aus dem PMO-Umfeld verwenden Jira vor allem für:
Laut der Umfrage kommt Jira im Projektmanagement für Statusberichte und Kapazitätsplanung weniger zum Einsatz – und gar nicht für Kostenplanung oder Stakeholderanalyse. Dabei sind diejenigen, die Jira für die genannten Zwecke verwenden, im Schnitt sehr zufrieden mit dem Tool.
Weiterhin hat die Befragung ergeben: Am besten arbeiten PMOs mit einer Kombination geeigneter und miteinander synchronisierter Tools für die jeweiligen PMO-Aufgabenbereiche.
Aus der PMO-Umfrage haben wir für diesen Artikel wichtige Arbeitsbereiche des PMO ausgewählt. Nun beantworten wir die Frage, wie diese folgenden Bereiche mithilfe der Atlassian Toolsuite gut abgebildet werden können:
Bitte beachten: Die folgenden Tipps benötigen etwas Vorwissen in Jira. Wenn Sie noch nicht mit Jira gearbeitet haben, ist das Verständnis dieser Tipps nicht immer ganz einfach.
Die Tipps betrachten zudem Jira / Confluence Cloud mit Spracheinstellung auf Englisch. Falls Sie in Ihrem Unternehmen eine On-Premise- / Data-Center-Version und / oder eine deutsche Spracheinstellung nutzen, kann es sein, dass der Funktionsumfang oder die Terminologie abweichen.
Gehen wir nun die oben genannten PMO-Aufgabenbereiche mit dem Ziel eines möglichst guten Projektüberblicks durch:
In Jira sehen Sie unter „Projects“ / „View All Projects” eine Liste aller Projekte in Ihrer Jira-Instanz, auf die Sie Zugriff haben. Diese Liste können Sie in Ihren Profileinstellungen auch als Standard-Startansicht nach dem Einloggen in Jira festlegen.
Sie können die Arbeit verschiedener Teams in Jira-Dashboards tracken – mehr dazu in Tipp 2.
Für Ideensammlungen lohnt es sich, ein eigenes, unternehmensverwaltetes Projekt in Jira anzulegen (oder durch Ihre Jira-Administratoren anlegen zu lassen, wenn nur diese über Berechtigungen zur Projekterstellung verfügen), etwa vom Typ Software Kanban.
Kanban deshalb, da Sie dort die Spaltenbenennungen des Boards umkonfigurieren können:
Neue Projektanträge können Sie, ähnlich wie durch eine Ideenpipeline, als Issues in ein dafür angelegtes Jira-Sammelprojekt eintragen. Praktischerweise lässt sich dies über den Issue-Workflow und die Spaltenanordnung auch mit einem Genehmigungsprozess versehen.
Alternativ kann für jede Projektidee gleich ein eigenes Jira-Projekt erstellt werden.
Mit diesem Setup können Sie einen einfachen, aber wirkungsvollen Genehmigungsprozess in Jira etablieren – ohne zusätzliche Tools.
Wenn Sie ausführlichere Texte oder Entscheidungsvorlagen benötigen, empfiehlt es sich, Confluence-Seiten anzulegen und zu verlinken.
So gehen Sie dabei vor: Erstellen Sie einen eigenen Confluence-Space für Ihr Projekt und darin eine Seite nach einer der verfügbaren Vorlagen. Dann können Sie in Jira diese Seite oder auch den gesamten Space verlinken.
Nutzen Sie die „Project Kickoff“-Vorlage in Confluence. Alternativen sind die Templates “Project poster“, „Master project documentation“, „Project plan“ und einige weitere, die dieser ähnlich sind.
Wenn Confluence an Jira angebunden ist, können Sie in einem Issue über das Drop-Down-Symbol neben „Link Issue“ auf „Link Confluence Page“ gelangen (siehe folgenden Screenshot) …
… und dann wird die Seite im Issue als Verlinkung aufgeführt.
Als Issue-Management-System ist Jira gut für die Verwaltung und Abarbeitung einer Change-Request-Liste geeignet. Hierfür können ein eigener Workflow und eigene Issue-Typen durch Jira-Administratoren (bei unternehmensverwalteten Projekten) oder durch Projektadministratoren (bei teamverwalteten Projekten) erstellt werden.
Wenn Sie Jira Service Desk angebunden haben, finden Sie dort bereits einen eigenen Change-Workflow: Change management | Jira Service Management Cloud | Atlassian Documentation.
In vielen Fällen können Sie Änderungen aber auch einfach mithilfe von Storys auf einem Kanban-Board betrachten und verfolgen. Dann lassen sie sich nach Genehmigung schnell in die Umsetzung bringen.
Ein Kanban-Board lässt sich von Projektadministratoren so konfigurieren, dass es nur gewünschte Inhalte anzeigt – wie zum Beispiel alle Change Requests.
Grundsätzlich bietet Jira die Möglichkeit, bei einem „Resolved“- oder „Closed“-Zustand mit einem „Fixed“ oder „Won’t Do“ im Resolution-Feld die getroffene Entscheidung für oder gegen die Umsetzung eines Änderungswunsches transparent zu machen.
Voraussetzung dafür ist, dass das „Resolution“-Feld im Projekt von der Jira-Administration als bearbeitbar konfiguriert wurde.
Issue-Management ist die Kernaufgabe von Jira als Software-Tool. Es bietet hierfür sehr viele Möglichkeiten zur Konfiguration und auch Vorlagen. Mittlerweile können Teams ihre Projekte in Jira Cloud sogar auch weitergehend selbst konfigurieren.
Unser Tipp: Sehen Sie hier die Unterschiede zwischen unternehmens- und teamverwalteten Projekten.
Eine Projektübersicht lässt sich gut mit Jira-Dashboards erstellen. Für ausführlichere Statusdokumentation finden sich in Confluence Vorlagen:
Unser Seminar-Tipp: Sie suchen mehr Jira-Tipps für Einsteiger, Fortgeschrittene oder für Projekteinrichtende? Dann lernen Sie mehr und stellen Sie Ihre Fragen in den drei Online-Modulen der Atlassian Jira Schulungen von TPG.
Für die Erfassung von Ist-Zeiten und die Ressourcenplanung mit Jira bietet das Tool einige Möglichkeiten, die nicht sehr bekannt sind. Dazu gehören Zeiterfassungsfunktionen in Issues sowie Auswertungen.
Das „Time tracking“-Feld in Jira-Issues dient zur Erfassung von Plan- und Ist-Bearbeitungszeiten. Wenn diese regelmäßig und gut gepflegt sind, lassen sich Berichte über Zeiterfassungen und Arbeitslast erstellen (siehe folgende Screenshots).
Wenn Ihnen diese Funktionen nicht ausreichen, können Sie mit „Tempo Planner“ (lizenzpflichtig) für Jira eine der meistverbreiteten Apps des Atlassian Marketplace nutzen. Damit erhalten Sie noch deutlich mehr Funktionalitäten für Ihre Ressourcenplanung.
Was Jira mit Bordmitteln nicht kann, ist die projektübergreifende Ressourcen-Einplanung für eine Harmonisierung der Ressourcensituation in Projekten und Linie. Mit der App „Tempo Capacity Planner“, ebenfalls aus der Tempo-Suite, ist dies möglich.
Beispiele wie das folgende finden Sie unter Tempo Capacity Planner | Atlassian Marketplace.
Eine weitere Möglichkeit ist die Integration von Jira mit Microsoft Project (mehr dazu in Tipp 3).
Unser Tool-Tipp: Wollen Sie Ihre PMO-Ressourcen übersichtlich und gut verwalten oder die Ressourcenabstimmung zwischen Projekt und Linie optimal unterstützen? Dann sehen Sie sich die TPG CoReSuite TeamManager App als Tool zur Ressourcenplanung an.
In Jira-Projekten können Sie Reports erstellen. Außerdem bietet Jira die Möglichkeit, unter Dashboards auch projektübergreifend eigene Statistiken und Übersichten zu kreieren.
Reports in Jira lassen sich nur für ein bestimmtes Projekt erzeugen. Über die Projektseitenleiste gelangen Sie mit dem Punkt „Reports“ zu einer Vielzahl an Berichten. Solange die Daten in Ihren Projekten vorhanden und gut gepflegt sind, können diese bereits sehr aussagekräftig sein.
Noch mehr Möglichkeiten bieten Jira-Dashboards: Mit ihnen können Sie für Ihr Projektmanagement in Jira ähnliche Daten aus einem oder mehreren Jira-Projekten aggregieren und stets aktuell in einer von Ihnen gewählten Auswahl und Anordnung darstellen.
Dabei haben Sie mehr Einstellungsmöglichkeiten als mit reinen Projekt-Reports. Dashboards können Sie außerdem mit anderen Usern teilen.
Passender Lesetipp: PMO-Reporting: Berichte für Projekt-, Portfolio- und Ressourcenmanagement
Jira-Dashboards bestehen aus sogenannten „Gadgets“, die Daten in bestimmter Form darstellen (ähnlich wie in Reports), aber konfigurierbar sind. Die folgenden Dashboard-Gadgets können Ihnen dabei besonders hilfreich sein:
Das „Jira Road Map“-Gadget gehört zur Roadmap-Funktionalität in Jira. Diese ist in der Standard-Jira-Lizenz ein einfaches, manuell anpassbares Schwimmbahnen-Diagramm für die Zeitplanung mithilfe von Epics und den darin enthaltenen Issues. Der folgende Screenshot zeigt eine einfache Epic- und Issue-Planung in Basic Roadmaps mit teilweise manuell anpassbaren Zeitplanungen.
Richtig interessant für PMOs wird Jira Road Map mit der Advanced Road Map, die in Premium- und Enterprise-Lizenzen enthalten ist. Diese kann unter anderem auch Abhängigkeiten zwischen Issues feingranular darstellen und somit einen guten Überblick über den Stand der Arbeit in einem oder mehreren Projekten liefern.
Beim Projektmanagement mit Jira können sich PMOs also grundsätzlich einen Überblick über den Arbeitsstatus in Projekten verschaffen. Allerdings gibt es hier auch Grenzen, wie bereits anfangs erwähnt:
Bitte beachten: Komplettübersichten mit allen für das übergeordnete Projekt- und Portfoliomanagement relevanten Daten bietet Jira auch mithilfe von Dashboards oder Roadmap kaum. Das bedeutet, Jira kann ein ausschließlich für das Projekt- und Portfoliomanagement optimiertes PPM-Tool nicht ersetzen.
Apps aus dem Atlassian Marketplace für diesen Zweck (z.B. die erwähnte Tempo-Suite, aber auch Big Picture oder Structure) bereichern Jira hier zwar um einige wichtige Aspekte. Selbst dann können die Lösungen aber mit vollumfänglicher Projektmanagement-Software nicht mithalten.
Um zu einer solch „paradiesischen“ Situation für PMOs zu kommen, hilft Ihnen eine integrierte Umgebung für Multi-Projektmanagement, wie Sie sie im Tipp 3 jetzt kennenlernen.
Im folgenden eBook lernen Sie „The PPRM Paradise“ kennen, das Konzept einer optimalen PPM-Umgebung für das moderne Unternehmensumfeld – unabhängig von der gewählten Technologie.
In diesem eBook finden Sie den Nutzen und viele gute Argumente, die Sie als PMO oder Tool-verantwortliche Stelle Ihren Entscheidern gegenüber verwenden können.
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Mit der Integration Middleware TPG PSLink können Sie Microsoft Project und Atlassian Jira für Projektmanagement miteinander verbinden. So lassen sich Daten zwischen beiden Anwendungen synchronisieren. Dies bietet sich besonders auf der Ebene von Phasen / Versionen sowie Arbeitspaketen / Epics an:
Zurück in MS Project lassen sich Arbeitsstatus der Issues, Schätzungen etwa in Story Points und die Ist-Werte übertragen (mehr dazu in unserem Blogartikel „Integration MS Project mit Jira oder TFS / DevOps (3 Anwendungsfälle)“):
Sobald diese Daten zwischen den beiden Tools synchronisiert wurden, können Sie die Möglichkeiten von Microsoft Project zur Berichterstattung bequem auf Basis aktueller operativer Daten nutzen.
Die Teammitglieder des Projekts müssen bei dieser integrierten Lösung keine zwei Tools parallel pflegen. Das erhöht die Akzeptanz und Datenqualität.
Microsoft bietet mit dem Planner Premium mittlerweile auch eine immer leistungsfähigere Software für Aufgaben und Projektmanagement auf Basis von M365 / Power Platform an. Der Planner umfasst neben Aufgabenmanagement seit einiger Zeit auch die Funktionalität des früheren Project for the Web.
Zudem lässt sich Planner Premium mit der richtigen Software für leistungsfähiges Multiprojektmanagement sehr gut erweitern.
Wenn Sie ohnehin Microsoft 365 im Unternehmen haben, dann wäre das Software-Produkt TPG ProjectPowerPack vielleicht eine gute PPM-Alternative zu Jira – mit mehr Unterstützung im Projekt-, Portfolio- und Ressourcenmanagement. Es kann u.a. den Planner als Scheduling Engine nutzen und erweitert dessen Funktionen um bewährte Best-Practice-Methoden. Jira lässt sich zudem integrieren und kann so Daten mit der Microsoft-Welt austauschen.
Ihre Vorteile mit TPG ProjectPowerPack:
In diesem Artikel haben Sie gelernt, wie Sie Jira im Projektmanagement bei den verschiedenen PMO-Aufgaben mal mehr und mal weniger unterstützen kann. Als beliebtes Tool für Aufgabenmanagement hat Jira im PMO-Umfeld aber, trotz der vielen erhältlichen Apps, seine Grenzen.
Besonders wenn es um die Darstellung von Projektübersichten und -portfolios geht, kann Jira nicht mit den genau für solche Zwecke gedachten PPM-Tools mithalten.
Ideal ist allerdings die Kombination aus PPM- und Aufgabenmanagement-Tools durch eine Integration. Damit lassen sich die Daten zwischen beiden Welten austauschen und sind immer synchron bzw. aktuell. Auch arbeiten die Projektmanagenden und Teammitglieder mit den für sie gewohnten Tools. Das erhöht die Akzeptanz und Qualität der Daten – wichtig für fundierte und schnelle Entscheidungen im Projektverlauf.
Haben Sie noch Fragen? Dann hinterlassen Sie einen Kommentar, auf den wir in Kürze antworten werden – garantiert.
Unsere Tipps zum Schluss: Abonnieren Sie unseren Projektmanagement Newsletter mit mehr praxisstarken Artikeln, Webinaren, Podcasts, eBooks, Events etc. für einen höheren Reifengrad-Level Ihres Projektmanagements!
Sie wollen das Gelernte vertiefen, weitere wichtige Tipps erfahren und Ihre Fragen stellen? Dann sind Sie genau richtig bei der TPG Jira Schulung (für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experts).
Dieser Artikel zu Jira und Confluence ist Teil einer Reihe, in der wir die Möglichkeiten der Tools für verschiedene Rollen beschreiben. Hier die Übersicht: